Wie höflich sollte Ihr Japanisch sein? Ein Leitfaden zu den Höflichkeitsstufen
Im Englischen können Sie einen Satz schreiben, ohne festzulegen, wie Sie zum Gegenüber stehen. Sie wählen Wörter und einen Ton, und die Grammatik hält sich heraus. Das Deutsche verlangt immerhin die Wahl zwischen du und Sie, aber nur dort, wo Sie jemanden direkt anreden. Im Japanischen funktioniert das nicht: Das Verb selbst trägt die Höflichkeitsstufe, auch wenn Sie nur von sich selbst erzählen. Jeder Satz verlangt also eine Entscheidung: Wer ist diese Person für Sie, und wie zeigen Sie das?
Nehmen wir das Verb „essen“. Das Japanische bietet dafür vier Formen, und welche Sie wählen, hängt davon ab, wer isst und wer zuhört. 食べる (taberu) ist für enge Freunde. 食べます (tabemasu) passt bei fast allen. 召し上がる (meshiagaru) erhöht die Person, die isst, also verwenden Sie es für einen Gast oder Ihren Chef und nie für sich selbst. いただく (itadaku) senkt Sie, wenn Sie selbst essen. Alle vier bedeuten „essen“, und jede zeigt dem Zuhörer, wie Sie die Beziehung sehen.
Ein Kommentar auf Hacker News beschreibt das so (aus dem englischen Original übersetzt, das Original ist verlinkt):
vharuck auf Hacker News, ein Lernender auf N4-Niveau, der beschreibt, was nach desu/masu kommt.
An diese Grenze stoßen die meisten Lernenden gleich nach desu/masu: Die höfliche Form, die sie zuerst gelernt haben, ist nur die unterste Schicht.
Lernen Sie Japanisch? Dieser Artikel ist auch auf Japanisch verfügbar, und wer ihn auf Japanisch liest, übt dabei gleich das Lesen: 日本語で読む.


Kurz gesagt: Beginnen Sie mit desu/masu und lernen Sie, die formellen Keigo-Formen zu erkennen. Selbst verwenden Sie diese erst, wenn ein Job oder eine Beziehung es verlangt. Die informelle Kurzform kann warten, bis jemand sie Ihnen anbietet.
Höflichkeit steckt in der Grammatik
Im Deutschen wie im Englischen verändert Förmlichkeit vor allem den Wortschatz: Sie sagen „erhalten“ statt „bekommen“ und formulieren aus, was Sie meinen. Das Japanische verändert die Verbform selbst. Die höfliche Endung ます tritt an den Verbstamm, und です ersetzt だ:
これを食べる。(kore o taberu): Ich esse das.
これを食べます。(kore o tabemasu): Ich esse das (höflich).
Beide Sätze bestehen aus denselben Wörtern in derselben Reihenfolge. Nur die Endung unterscheidet sich, und sie zeigt dem Zuhörer, wie Sie zu ihm stehen.
Die Wahl richtet sich nach Ihrer Beziehung zur anderen Person: Alter, soziale Stellung, Nähe und die Frage, ob die Person zu Ihrer Gruppe gehört oder außerhalb steht. Für Letzteres hat das Japanische ein eigenes Begriffspaar, 内/外 (uchi/soto), und Sie brauchen es auch jenseits der Höflichkeit: Danach wählen Sie zwischen あげる (ageru) und くれる (kureru), wenn Sie ein Geschenk beschreiben.
Was „Keigo“ bedeutet
Keigo (敬語) heißt „ehrerbietige Sprache“. Das Wort bezeichnet das gesamte System der Höflichkeitssprache im Japanischen, und Lernende verwirrt es, weil es je nach Sprecher etwas anderes abdeckt.
Für japanische Sprecher gehören die desu/masu-Formen, die Sie in der ersten Woche lernen, zum Keigo. In Lernmaterialien meint das Wort meist die beiden Formen jenseits von desu/masu: Sonkeigo (尊敬語, respektvolle Sprache) und Kenjōgo (謙譲語, bescheidene Sprache, oft auch Kenjougo geschrieben). Die „Keigo-Kapitel“ eines Lehrbuchs beginnen mit Verben wie おっしゃる und いただく, lange nach desu/masu.
An japanischen Schulen lernt man drei Kategorien von Keigo: Sonkeigo, Kenjōgo und Teineigo (丁寧語, höfliche Sprache). Die Richtlinien des japanischen Kulturamts (Bunkachō) von 2007 (敬語の指針) unterteilen sie feiner in fünf: Sonkeigo, Kenjōgo I, Kenjōgo II (auch Teichōgo genannt, 丁重語), Teineigo und Bikago (美化語, verschönernde Sprache, die Präfixe お/ご). Die Fünfteilung begegnet Ihnen in japanischsprachigen Materialien. Lernratgeber ordnen denselben Stoff meist in drei Sprechstufen: Kurzform, höfliche Form (Teineigo) und Keigo im engeren Sinn (Sonkeigo und Kenjōgo). Diesen Stufen folgt auch dieser Leitfaden. Das deutsche Sie entspricht dabei nur ungefähr der Teineigo-Stufe.
Beginnen Sie mit desu/masu: der sichere Standard
Die höfliche Form, Teineigo, ist die desu/masu-Form: 食べます, 行きます, です. Sie ist der Standard bei allen, die Sie nicht gut kennen: Verkaufspersonal, Kollegen, Nachbarn, die Person neben Ihnen im Zug. 80/20 Japanese rät, standardmäßig mit der regulären höflichen Form zu beginnen; wer sie verwendet, kann kaum etwas falsch machen.
Lehrbücher bringen diese Form aus zwei Gründen zuerst bei. Sie ist sicher: Ein Anfänger, der die höfliche Form benutzt, klingt wie ein höflicher Anfänger. Und sie ist regelmäßig: ます tritt nach einem festen Muster an den Verbstamm, worauf auch Japanese Professor hinweist.
Japanische Kinder lernen die beiden Formen in umgekehrter Reihenfolge. Sie wachsen mit der Kurzform auf (食べる, だ), dem Register enger Freunde, der Familie und Gleichaltriger, und eignen sich die höfliche Form erst später an. Für Sie gilt als Faustregel: Warten Sie, bis die andere Person Sie in der Kurzform anspricht, und wechseln Sie dann ebenfalls, so wie man im Deutschen wartet, bis einem das Du angeboten wird. Wer bei Fremden als Erster die Höflichkeit fallen lässt, wirkt anmaßend; wer bei einem engen Freund monatelang bei desu/masu bleibt, wirkt distanziert. Lernenden lässt man bei beidem etwas Spielraum, in einer Geschäfts-E-Mail weniger.
Sonkeigo oder Kenjōgo: Um wessen Handlung geht es?
Jenseits von desu/masu teilt sich Keigo in zwei Richtungen. Sonkeigo (尊敬語, respektvolle Sprache) erhöht die andere Person: ihre Handlungen, ihre Dinge, ihren Zustand. Kenjōgo (謙譲語, bescheidene Sprache) senkt Sie: Ihre Handlungen und die Handlungen von Menschen auf Ihrer Seite. Welche Richtung gilt, entscheiden Sie mit der Frage, um wessen Handlung es im Satz geht.
Manche Verben haben für jede Richtung eine eigene Form:
| Kurzform | Sonkeigo (erhöht die anderen) | Kenjōgo (senkt Sie) |
|---|---|---|
| 行く・来る (iku/kuru, gehen/kommen) | いらっしゃる (irassharu) | 参る (mairu) |
| 言う (iu, sagen) | おっしゃる (ossharu) | 申す (mōsu) |
| 食べる (taberu, essen) | 召し上がる (meshiagaru) | いただく (itadaku) |
| 見る (miru, sehen) | ご覧になる (goran ni naru) | 拝見する (haiken suru) |
| くれる (kureru, mir geben) | くださる (kudasaru) | (keine) |
| もらう (morau, bekommen) | お受け取りになる (o-uketori ni naru) | いただく (itadaku) |
In der Fünfteilung zählen 参る und 申す als Kenjōgo II: Sie lassen Ihre eigene Handlung gegenüber dem Zuhörer bescheiden klingen, auch wenn im Satz niemand erhöht werden muss, etwa in 明日から大阪に参ります (ashita kara Ōsaka ni mairimasu): „Ab morgen fahre ich nach Osaka.“


Der klassische Fehler von Lernenden ist, die Richtung zu verwechseln: Sie verwenden die bescheidene Form für die Handlung der anderen Person und senken damit Ihren Chef statt sich selbst. Migakus Leitfaden zu Sonkeigo und Kenjōgo nennt das „verkehrt herum“, und ein japanischer Zuhörer bemerkt es sofort.
Die zweite Achse ist uchi/soto, innen und außen. Sprechen Sie mit einem Außenstehenden über jemanden aus Ihrer eigenen Gruppe, nimmt Ihre Seite die bescheidene Form. Ihr Abteilungsleiter verliert außerdem den Ehrentitel: Eine Berufsbezeichnung wirkt im Japanischen als Ehrenform, also rückt 部長 als schlichte Beschreibung vor den Namen, und der Name bekommt kein さん. Einem Kunden sagen Sie 部長の田中が申しておりました (buchō no Tanaka ga mōshite orimashita), „Unser Abteilungsleiter Tanaka hat das gesagt.“ Gegenüber einem Kollegen heißt es über dieselbe Person 部長がおっしゃいました (buchō ga osshaimashita), „Der Abteilungsleiter hat das gesagt.“


部長に伺います。(Buchō ni ukagaimasu): Ich frage den Abteilungsleiter (bescheidene Form, innerhalb der Firma gesagt).
お客様はもういらっしゃいましたか。(Okyakusama wa mō irasshaimashita ka): Ist der Kunde schon da (respektvolle Form)?
伺う (ukagau) ist die bescheidene Form von 聞く (kiku, fragen). Sie senkt Sie und erhöht den Abteilungsleiter, und das funktioniert nur, solange Sie innerhalb Ihrer eigenen Gruppe sprechen. Der Kunde bekommt いらっしゃる (irassharu), die respektvolle Form von 来る (kuru, kommen) und いる (iru, da sein).
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App öffnenBrauchen Sie Keigo?
Als Anfänger nicht. Teineigo trägt Sie jahrelang durch Läden, Restaurants, Züge und die meisten Gespräche. Ein Hacker-News-Kommentator, der schon lange Japanisch lernt, beschrieb die Prioritäten so (aus dem englischen Original übersetzt, das Original ist verlinkt):
vore auf Hacker News, in einem Thread über das Sprachenlernen mit KI-Sprechtraining.
Daraus folgt zweierlei. Erstens erwartet niemand von Ausländern Sonkeigo und Kenjōgo. Desu/masu genügt, auch gegenüber Ihrem Vorgesetzten bei der Arbeit.
Zweitens zählt die Stufe mehr als fehlerfreie Grammatik. Muttersprachler verzeihen erkennbaren Nichtmuttersprachlern Grammatikfehler, einen Fehler in der sozialen Hierarchie bemerken sie aber. Je besser Ihr Japanisch, desto weniger Nachsicht bekommen Sie: Sobald Sie fließend klingen, schieben Zuhörer eine falsche Stufe nicht mehr auf die Fremdsprache und halten sie für Unhöflichkeit.
Die Falle gibt es auch in der Gegenrichtung. Wer zu Sonkeigo und Kenjōgo greift, bevor er sie beherrscht, verwechselt die Richtungen und senkt am Ende den Zuhörer statt sich selbst. Nur wenige Nichtmuttersprachler verwenden Keigo gut, und wer es kann, hat die Sprache meist viele Jahre lang gelernt.
Lernen Sie in dieser Reihenfolge: zuerst Teineigo, dann Erkennen, zuletzt selbst Sprechen. Sonkeigo und Kenjōgo hören Sie in Bahnhofsdurchsagen und in fast jedem Satz, den eine Verkäuferin oder ein Verkäufer zu einem Kunden sagt. Verstehen müssen Sie sie also lange, bevor Sie sie selbst verwenden. Verlangt eine Stelle in Japan Keigo, rechnen Sie mit einer Schulung: Japanische Firmen schicken auch ihre muttersprachlichen Berufseinsteiger in Keigo-Kurse.
Typische Fehler von Lernenden
Vier Fehler machen Lernende immer wieder.
Übertriebene Höflichkeit. Sonkeigo unter Freunden klingt distanziert und seltsam. Wer Ehrenformen stapelt, erzeugt 二重敬語 (nijū keigo, doppeltes Keigo) wie おっしゃられる, das Lehrkräfte als Fehler anstreichen. Wählen Sie die Stufe, die die Beziehung verlangt.
Stufenwechsel ohne Grund. Muttersprachler wechseln bewusst zwischen Kurzform und höflicher Form, etwa für eine Nebenbemerkung oder zur Betonung. Als Lernender wählen Sie zu Beginn des Gesprächs eine Stufe und bleiben dabei: Ein Gespräch, das mit desu/masu beginnt und in die Kurzform abrutscht, klingt nachlässig. Das ist die Lernendenversion der Register-Prüfung aus unserem Beitrag zu Übersetzungsfallstricken.
Bescheidene Formen für die Handlungen der anderen. Der Richtungsfehler von oben, hier noch einmal, weil er der häufigste ist. Kenjōgo senkt Sie und Ihre Seite, also beschreibt es nie die Handlungen Ihres Zuhörers oder einer Person, die Sie erhöhen wollen.
あなた überall. Das Englische sagt in jedem zweiten Satz „you“. Das japanische あなた (anata) transportiert Distanz oder Konfrontation, und japanische Autoren wählen es nur, wenn genau das gemeint ist. Ein japanisches Sie ist es also nicht. Lassen Sie es weg, nehmen Sie den Namen der Person mit さん oder ihren Titel. Unser Fallstricke-Beitrag enthält die vollständige Liste.
Und eines sollten Sie wieder verlernen: Die Höflichkeit, die Sie im Konbini hören, folgt einem Skript. Baito-Keigo (バイト敬語, „Aushilfsjob-Keigo“) ist das Register, das Servicekräfte aus Schulungshandbüchern lernen, eng verwandt mit dem Manual-Keigo, über das sich der Kommentator oben beklagt. Puristen kritisieren, dass es längere, vagere und manchmal ungrammatische Sätze hervorbringt (Wikipedia), etwa こちらコーヒーになります (kochira kōhī ni narimasu), wörtlich „Das hier wird zu Kaffee“. Hören Sie zu und lernen Sie, es zu verstehen, aber übernehmen Sie es nicht in Ihre eigenen Gespräche.
Höflichkeit und Herzlichkeit sind zweierlei
Höflichkeit regelt im Japanischen die soziale Distanz und sagt nichts über Herzlichkeit aus. Man kann Sie in tadellosem Keigo abweisen oder beleidigen, und das Japanische hat dafür einen eigenen Ausdruck: 慇懃無礼 (ingin burei), Unhöflichkeit in Gestalt übertriebener Höflichkeit.
Dasselbe System nutzen Japaner für das höfliche Nein: eine lange, indirekte, entschuldigende Antwort, die die Absage nie offen ausspricht. Kreist eine Antwort um Ihre Bitte herum, verstehen Sie die Indirektheit als Absage.
Eine praktische Leiter
Bei einem neuen Satz gehen Sie die Situation so durch:
| Situation | Stufe | Beispiel |
|---|---|---|
| Enge Freunde, Familie | Kurzform | これお願い (kore onegai), „Das hier, bitte.“ |
| Erstes Treffen, Laden, Restaurant, Zug | Höflich (Teineigo) | これをお願いします (kore o onegaishimasu), „Das hier, bitte.“ |
| Eigene Handlung gegenüber jemandem, der über Ihnen steht | Höflich + bescheiden (Kenjōgo) | 資料をお送りします (shiryō o o-okuri shimasu), „Ich schicke Ihnen die Unterlagen.“ |
| Handlung der anderen Person, wenn Sie sie erhöhen | Höflich + respektvoll (Sonkeigo) | どうぞ召し上がってください (dōzo meshiagatte kudasai), „Bitte greifen Sie zu.“ |
| Ihr Abteilungsleiter, gegenüber einem Kunden erwähnt | Bescheiden, ohne Ehrentitel | 部長の田中が申しておりました (buchō no Tanaka ga mōshite orimashita), „Unser Abteilungsleiter Tanaka hat das gesagt.“ |


Teineigo verwenden japanische Sprecher mit Fremden, wenn keine Hierarchie im Spiel ist, und es ist die Stufe, die ein Lehrbuch Ihnen so beibringen kann, dass Sie sie selbst korrekt verwenden.
Wenn Sie die Wahl an Ihren eigenen Sätzen üben möchten: Fink zeigt Ihre Übersetzung und erklärt die Entscheidungen dahinter auf einem Bildschirm.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Was ist Keigo? Keigo (敬語) ist das japanische System der Höflichkeitssprache, wörtlich „ehrerbietige Sprache“. Im Japanischen umfasst das Wort das ganze Höflichkeitssystem, desu/masu eingeschlossen. In Lernmaterialien meint es meist die beiden Formen jenseits von desu/masu: Sonkeigo (respektvoll) und Kenjōgo (bescheiden).
Was ist der Unterschied zwischen formellem und informellem Japanisch? Informelles, also lockeres Japanisch ist die Kurzform: 食べる, だ. Formelles Japanisch beginnt bei desu/masu und nimmt Sonkeigo und Kenjōgo hinzu, wo eine klare Hierarchie besteht, etwa bei der Arbeit oder im Kundenservice.
Wie viele Höflichkeitsstufen hat das Japanische? An japanischen Schulen lernt man drei Kategorien von Keigo: Sonkeigo, Kenjōgo und Teineigo. Das japanische Kulturamt (Bunkachō) teilt sie in seinen Richtlinien von 2007 in fünf: Sonkeigo, Kenjōgo I, Kenjōgo II (Teichōgo), Teineigo und Bikago. Lernratgeber ordnen denselben Stoff meist in drei Sprechstufen: Kurzform, höfliche Form (desu/masu) und Keigo im engeren Sinn (Sonkeigo und Kenjōgo).
Was ist der Unterschied zwischen Sonkeigo und Kenjōgo? Sie zeigen in entgegengesetzte Richtungen. Sonkeigo erhöht die andere Person: Sie verwenden es für deren Handlungen und Dinge. Kenjōgo senkt Sie: Sie verwenden es für Ihre eigenen Handlungen, wenn der Zuhörer über Ihnen steht, oder wenn Sie mit einem Außenstehenden über jemanden aus Ihrer eigenen Gruppe sprechen.
Wann sollte ich desu/masu verwenden? Bei allen, die Sie nicht gut kennen. Es ist der Standard in Läden, bei der Arbeit und unter Bekannten. Die Kurzform verwenden Sie bei engen Freunden und in der Familie, und Sie warten, bis die andere Person zuerst zur Kurzform wechselt.
Ist Keigo für Anfänger nötig? Nein. Die höfliche Form trägt Sie jahrelang durch den Alltag. Lernen Sie von Anfang an, Sonkeigo und Kenjōgo zu erkennen, und verwenden Sie sie selbst, wenn ein japanischer Arbeitsplatz oder ein Job mit Kundenkontakt es verlangt.
Müssen Ausländer in Japan Keigo verwenden? Im Alltag nicht. Läden, Restaurants und die meisten Gespräche funktionieren mit desu/masu, und von Besuchern erwartet niemand Sonkeigo oder Kenjōgo. Anders ist es an einem japanischen Arbeitsplatz: Dort müssen Sie beides selbst verwenden, und die meisten Firmen schulen neue Mitarbeitende darin.
Warum ist Keigo so schwer? Die Wahl hängt von Beziehungen ab: wer über wem steht, wer zu Ihrer Gruppe gehört, ob die Handlung Ihre ist oder die der anderen Person. Ein Lehrbuch kann die Formen auflisten; wann Sie welche brauchen, lernen Sie im Gespräch mit Menschen.
Was ist der Unterschied zwischen Keigo und Teineigo? Teineigo (丁寧語) ist die höfliche desu/masu-Stufe, eine Kategorie innerhalb von Keigo. Wenn Lernende von „Keigo“ sprechen, meinen sie meist den Rest: Sonkeigo und Kenjōgo.
Quellen und weiterführende Literatur
Die beiden Zitate in diesem Beitrag stammen aus öffentlichen Hacker-News-Kommentaren und sind aus dem Englischen übersetzt: vharuck dazu, was nach desu/masu kommt und vore dazu, wie man ohne Keigo auskommt. Die Drei- und die Fünfteilung stammen aus Wikipedias Überblick über die japanische Höflichkeitssprache und den 敬語の指針 (2007) des japanischen Kulturamts (Bunkachō); Baito-Keigo behandelt der entsprechende Wikipedia-Artikel. Der Rat, standardmäßig höflich zu sprechen, folgt 80/20 Japanese und Japanese Professor; das Richtungsmodell und die Warnung vor dem verkehrten Gebrauch folgen Migakus Leitfaden zu Sonkeigo und Kenjōgo; die Einteilung in locker, höflich und sehr höflich, die englischsprachige Leitfäden prägt, stammt von Duolingo. Die Umschriften folgen dem Hepburn-System. Zu den Register-Problemen, die beim Übersetzen statt beim Sprechen auftreten, siehe Japanisch übersetzen: 10 Fallstricke, die die Bedeutung unbemerkt verändern; zum Kreislauf aus Nachschlagen, Lesen und Vergleichen, durch den solche Beispiele hängen bleiben, siehe Mit einem Übersetzer eine Sprache lernen: sechs Methoden, die etwas bringen.